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Werner Berg - Gemälde und Holzschnitte

4. November bis 15. Dezember 2021

Werner Berg wurde am 11. April 1904 in Elberfeld in Deutschland geboren. Nach seinem Abitur absolvierte er in einem Industriebetrieb eine Handelslehre. 1923 begann er ein Studium der Volkswirtschaft in Wien, wo er 1924 seine Studienkollegin und spätere Frau Amalie, „Mauki“, Kuster kennenlernte. Nach seiner Promotion bekam er eine Assistentenstelle angeboten, die Hochschullaufbahn schien vorgezeichnet. Doch er wollte Maler werden und besuchte die Wiener Akademie der Bildenden Künste und war ab 1928 als Meisterschüler an der Münchener Kunstakademie. Im Jahr 1930 erwarb Werner Berg mit seiner Frau den Rutarhof, einen abseits gelegenen Bauernhof im Kärntner Unterland, den sie fortan auch als Bauern bewirtschafteten. Gerade die bescheidene, in alten Traditionen verlaufende Lebensform der überwiegend slowenischen Landbevölkerung zog ihn an. Er hoffte durch das Leben als Bauer ökonomische Unabhängigkeit zu erringen und das Fundament für eine künstlerische Existenz zu legen. Eine Existenz, die er „nahe den Dingen“ führen wollte, in einem von konkreter Anschauung gesättigten ländlichen Lebenskreis. Der Hof lag äußerst entlegen, gegenüber den schroffen Felswänden des Obirs, an einem steilen Abhang im damals noch nahezu vollständig slowenischsprachigen Gebiet Südostkärntens. Die Bewirtschaftung der kargen Flächen forderte den äußersten Einsatz des jungen Akademikerpaares. Nach früher Förderung durch Emil Nolde und ersten Ausstellungserfolgen in Deutschland wurde 1935 eine Ausstellung seiner Bilder im Kölner Kunstverein polizeilich als „nicht dem gesunden Volksempfinden entsprechend“ gesperrt. Er zählte zu den „entarteten Künstlern“. 1937 lernte Werner Berg den Dichter Walter Bauer kennen. " Wie schön ist es, in seine Mühe versenkt von irgendwoher eine Stimme zu hören – eine Stimme wie die Ihre – die ruft: Sieh auf, auch ich bin an der Arbeit, die einzig der Menschen würdig ist: der Vermenschlichung der Erde", schrieb Walter Bauer damals und die beiden blieben lebenslang durch eine enge Freundschaft verbunden. 1941 wurde Werner Berg als Sanitätssoldat eingezogen, 1942 kam er als Kriegsmaler nach Skandinavien. Im Herbst 1945 kehrte er auf den Rutarhof zurück. 1955 kam es zum psychischen Zusammenbruch und einem fast einjährigen Krankenhausaufenthalt. Gefestigt und bestimmter fand Werner Berg danach zu neuer Schaffenskraft. Seit 1968 zeigt das „Werner Berg Museum“ in Bleiburg/Pliberk in Österreich als Stiftung dauerhaft sein Werk. Am 7. September 1981 starb Werner Berg in seinem Atelier am Rutarhof.

Weitere Informationen unter www.wernerberg.com und www.wernerberg.museum

Die Ausstellung findet anlässlich der Walter-Bauer-Preisverleihung 2021 statt und wird in Kooperation mit dem Werner Berg Museum Bleiburg/Pliberk (Österreich) sowie mit Unterstützung des Österreichischen Kulturforums Berlin realisiert.