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Moritz Götze

Das kleine Glück

11. April bis 24. Mai 2024

„Bei Moritz Götze ist es der ewig jugendliche Held, der mit Revolver, Laptop, Spitzhacke und purer Willenskraft überall hinkommt. Er hat als Neo-Pop-Historienmaler der ganzen deutschen Geschichte bunte Bühnen gegeben. Damit hat keiner gerechnet. Preußische Geschichte, Generäle, Staatsminister, Schlachten, die auf dem Mond geschlagen werden – die Reichseinigung findet in der Spielzeugwarenabteilung statt. Die Geschichtsschreibung des zwanzigsten Jahrhunderts hatte keine von Hand gemalten Bilder mehr, die waren ihr abhandengekommen. Ideologen aller Couleur verlangten nur propagandistische Illustrationen. Historienbilder waren von einen schimmelpilzig-pelzigen Belag überzogen. Das Vertrauen in die Bilder war dahin. Moritz Götze hat eine riesige Marktlücke entdeckt, er erzählt seine Geschichte erst mal nur für sich, und dann kommt eine Einladung in den Bildraum. Götze entmythologisiert jeden noch so schwerwiegenden Stoff. Eine Bildreinigung durch emphatische Pop-Art. Moritz Götzes Helden scheitern nicht. In seinen Bildern kann nicht mal jemand zweifelnd in den Schatten treten, denn Schatten gibt es nicht in dieser Bilderwelt, in der die Dinge alle von innen leuchten, als hätte jeder Geröllbrocken, die Palmen, die Frisuren der Damen, einfach jedes Teil eine eingebaute Solarzelle mit Leuchtdiode – bei den Männern, die meist keine Frisuren haben, leuchten die Glatzen. Und droht irgendeine Gefahr, bleiben selbst die Düsenjäger an ihren puddinggleichen ornamental gekringelten Kondenswolken am Himmel kleben.“ (Rüdiger Giebler)

Moritz Götze hat ein vielseitiges Œuvre geschaffen, das neben Malereien, Serigrafien, Zeichnungen und Grafiken auch Baukunstwerke, Emaillearbeiten, Mosaiken, Skulpturen und Objekte umfasst und von der Pop-Art, der mittelalterlichen Malerei und dem Comic inspiriert ist. Er trat bei unzähligen Einzel- und Gruppenausstellungen international in Erscheinung und hat sich als einer der einflussreichsten zeitgenössischen Vertreter der modernen deutschen Pop-Art-Szene etabliert. Sein unverwechselbarer Stil zeichnet sich durch ein kräftiges Kolorit und eine vereinfachte Formensprache aus. Inhaltlich setzen sich die Werke mit kulturgeschichtlichen sowie gesellschaftspolitischen Themen auseinander, zitieren bedeutende Persönlichkeiten der Geschichte oder greifen auf historische Ereignisse und Sujets zurück, die von ihm weitergeführt und in eine neue Bildsprache übersetzt werden. Die Ausstellung „Das kleine Glück“ gibt einen umfassenden Einblick in das umfangreiche Schaffen des Hallensers und präsentiert vor allem neuere Werke.

Die Vernissage mit dem Künstler findet am 11. April 2024 um 17:00 Uhr in der Galerie im cCe Kulturhaus Leuna statt.