Archiv

Im Archiv der Kunstgalerie sind vergangene Ausstellungen dokumentiert. Es bietet einen Überblick über frühere Ausstellungen, Künstler, Ausstellungszeiträume und Themen.

Zwischen Himmel und Förder - Die Künstlerkolonie Heikendorf an der Kieler Förde

 

11. Juni bis 24. Juli 2026

 

Die Ausstellung widmet sich der Künstlerkolonie Heikendorf, die sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts am Ostufer der Kieler Förde etablierte. Im Kontext der europaweiten Künstlerkoloniebewegung suchten Malerinnen und Maler bewusst den Rückzug aus den urbanen Großzentren, um sich in unmittelbarer Auseinandersetzung mit der Natur neuen Ausdrucksformen zu widmen.

Getragen von den Entwicklungen der Freilichtmalerei und dem Interesse an Licht, Atmosphäre und Landschaft entstand hier eine eigenständige künstlerische Position. Die Region zwischen Förde, Strand und ländlichem Raum bot dabei ideale Voraussetzungen für ein Arbeiten vor der Natur, das zu einer grundlegenden Erneuerung der Landschaftsmalerei beitrug.

Ausgehend von einem lebendigen Künstlermilieu um 1900 – maßgeblich geprägt durch Georg Burmester – entwickelte sich Heikendorf ab den 1920er Jahren mit Künstlern wie Heinrich Blunck, Werner Lange und Oscar Droege zu einer eigenständigen Künstlerkolonie. Ihre Werke spiegeln die intensive Auseinandersetzung mit Landschaft, Küstenraum und Alltagsleben wider und stehen exemplarisch für die künstlerische Entwicklung dieser Zeit.

Die Ausstellung versammelt Malerei, Grafik und Skulptur aus der Zeit zwischen 1890 und 1970 und lädt dazu ein, die Vielfalt und kunsthistorische Bedeutung dieses besonderen Ortes neu zu entdecken.

Die gezeigten Werke stammen aus der Sammlung des Künstlermuseum Heikendorf-Kieler Förde, das 2025 sein 25-jähriges Bestehen feierte. Es befindet sich im ehemaligen Wohn- und Atelierhaus von Heinrich Blunck und widmet sich der Bewahrung und Erforschung der Künstlerkolonie. Bis heute ist es ein zentraler Ort ihres kulturellen Erbes.


Thomas Schindler: Jenseits der sichtbaren Ordnung – Malerei, Grafik, Plastik

 

12. Februar bis 27. März 2026

 

Thomas Schindler (geb. 1959 in Braunschweig) studierte ab 1978 Malerei an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig bei Hermann Albert und Peter Voigt. 1983 wurde er dort Meisterschüler. Er zählt zu jener Berliner Künstlergeneration der 1980er Jahre, die sich bewusst der Erneuerung figurativer Malerei verschrieb und sich dabei von ideologisch geprägten Gegensätzen zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit löste. In seiner Bildsprache verbindet Schindler Figuration, Metapher und existenzielle Erfahrung. Prägend waren Einflüsse der metaphysischen Malerei Giorgio de Chiricos, des neoklassizistischen Picassos, Constant Permekes sowie der Neuen Sachlichkeit.

Seine Motive – Stillleben, Figuren, Landschaften sowie biblische und antike Erzählungen – fungieren als Träger zeitloser menschlicher Erfahrungen. Charakteristisch für sein Werk ist der bewusste Umgang mit Symbolen und wiederkehrenden Motiven, die sich wie visuelle Leitzeichen durch sein Œuvre ziehen. Obwohl Schindler figurativ malt, zielen seine Bilder nicht auf die Darstellung einer konkreten Realität. Vielmehr ist seine Malerei metaphysisch geprägt: Das Sichtbare wird zum Bildraum innerer Zustände, Erinnerungen und existenzieller Fragestellungen.

Seit den 1980er Jahren wurden Thomas Schindlers Arbeiten in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in renommierten Galerien, Kunstvereinen und Museen im In- und Ausland präsentiert, darunter in Berlin, Paris, London, Florenz, Mailand, New York, San Francisco, Montreal und Tokio. Seine Werke sind heute Teil öffentlicher und privater Sammlungen in Europa, den USA, Kanada und Japan.

Die Ausstellung vereinte rund dreißig Exponate aus Malerei, Grafik, Zeichnung sowie Plastik und eröffnete eine Bildwelt von großer Monumentalität, Farbintensität und gedanklicher Tiefe.


Farbe – Figur – Welt. Zum 100. Geburtstag von Walter Womacka

 

2. Dezember 2025 bis 23. Januar 2026

 

Die Schau widmete sich einem der bekanntesten und einflussreichsten Künstler der DDR und zeigt einen konzentrierten Querschnitt durch sein jahrzehntelanges Schaffen. Mit über 40 Exponaten, darunter Gemälde, Zeichnungen und grafische Arbeiten aus dem privaten Nachlass sowie Leihgaben aus dem Kunstbestand des Bundes, eröffnet die Ausstellung einen vielschichtigen Blick auf ein Werk, das in der Geschichte der deutschen Kunst des 20. Jahrhunderts eine besondere Stellung einnimmt. Die Ausstellung vereinte zentrale Themenbereiche, die Womackas Œuvre maßgeblich prägen: Ostsee-Motive und Landschaften, Porträts, sozialkritische Werke, Stadtansichten, Reise-Impressionen und Stillleben. Die Vielfalt der Motive, Techniken und Themen verweist auf ein Gesamtwerk, das sich über sieben Jahrzehnte erstreckt und dabei eine bemerkenswerte Geschlossenheit bewahrt.

Walter Womacka zählt zu den prägenden Künstlern der ostdeutschen Kunst. Nach Kriegsdienst und Gefangenschaft, studierte er Malerei in Braunschweig, Weimar und Dresden. Eng mit den kulturpolitischen Strukturen seiner Zeit verbunden, zählte er zu den einflussreichsten Stimmen im kulturellen Leben der DDR. Er war einer der wichtigsten Vertreter des Sozialistischen Realismus und über zwanzig Jahre Rektor der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Zugleich verband er seine politische Haltung mit einem ausgeprägten Sinn für künstlerische Präzision und einer eigenständigen, klaren Bildsprache, die sich durch strukturelle Ruhe, erzählerische Dichte und eine intensiv-leuchtende Farbigkeit auszeichnet.

Seine monumentalen, architekturgebundenen Werke in Berlin – darunter das Mosaik „Unser Leben“ am Haus des Lehrers – prägen bis heute das Stadtbild. Nach 1990 arbeitete Womacka unbeirrt weiter. Sein Spätwerk zeigt neben Blumenstillleben und Ostseestücken, in denen er seinem lebenslangen Thema, der Natur, treu blieb, auch sozialkritische Bilder, die gesellschaftlichen Wandel und Konsumverhalten thematisieren.

Gezeigt wurden Werke aus dem privaten Nachlass des Künstlers sowie Leihgaben der Kunstverwaltung des Bundes.