Geschichte
Das cCe Kulturhaus Leuna – Standort mit Tradition
Erbaut in den Jahren 1927/28 von der BASF als Gesellschaftshaus der Ammoniakwerke Merseburg GmbH, ist das heutige cCe Kulturhaus Leuna seit nahezu einem Jahrhundert ein prägender Ort kulturellen Lebens in der Industrie- und Gartenstadt Leuna. Betrieben wird das Haus von der cCe Kulturhaus Leuna GmbH, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der InfraLeuna GmbH.
Industriekultur in Leuna – seit fast einem Jahrhundert
1927/28 entstand nach Plänen des Architekten Karl Barth das Gesellschaftshaus der Ammoniakwerke Merseburg GmbH – ein repräsentativer Bau für Kultur, Begegnung und das gesellschaftliche Leben der Beschäftigten. Zunächst wurden Bibliothek, Gasträume und Gesellschaftszimmer errichtet, im zweiten Bauabschnitt folgten der große Konzertsaal und die Bühne. Mit der Fertigstellung im Oktober 1928 war das Haus seiner Bestimmung übergeben und entwickelte sich rasch zum kulturellen Herz einer wachsenden Industriestadt.
Bei Luftangriffen in den Jahren 1944/45 wurde das damalige Feierabendhaus schwer beschädigt. Besonders betroffen waren das Bühnenhaus und der große Saal. Bereits 1945 begann durch das Werk ein schrittweiser, zunächst teilweise provisorischer Wiederaufbau. Die Stadt Leuna unterstützte diesen Prozess aktiv und stellte 1947 finanzielle Mittel für die Instandsetzung bereit. Am 28. November 1948 konnte der große Saal schließlich feierlich wiederöffnet werden.
Ab 1954 als Klubhaus der Werktätigen geführt, entwickelte sich das Haus zu einem der bedeutendsten Kulturhäuser in der DDR. Als Austragungsort vielfältiger kultureller Veranstaltungen und Heimstätte von zeitweise über 70 Zirkeln mit rund 1.500 Mitgliedern war es eine zentrale und viel besuchte betriebliche Kultureinrichtung. Das inhaltliche Spektrum der Zirkelarbeit war außerordentlich breit und reichte von Artistik, Chor- und Orchestermusik, Kabarett, Theater und Tanz über Film und Fotografie bis hin zu Zirkeln der bildenden und schreibenden Kunst.
Nach 1990 stand die Zukunft des Hauses mehrfach in Frage. Eigentümerwechsel, eine vorübergehende Schließung im Jahr 1995 und unklare Perspektiven prägten diese Zeit. Dennoch fanden weiterhin bedeutende Veranstaltungen im Kulturhaus statt. Umfangreiche Sicherungs- und Sanierungsarbeiten in den Jahren von 1994 bis 1996 bewahrten insbesondere die äußere Bausubstanz des Gebäudes. Mit der Gründung der Kulturhaus Leuna GmbH Ende 1997 begann schließlich ein neues Kapitel. Seit dem 1. Januar 1998 wird das Haus von der cCe Kulturhaus Leuna GmbH betrieben, einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft der InfraLeuna GmbH.
Bis November 1998 wurden Innenräume des Hauses umfassend umgestaltet. In den Räumen der ehemaligen Werksbibliothek entstand eine Kunstgalerie, die am 25. November 1998 im Rahmen der offiziellen Übergabe der Kunstsammlung der Leuna-Werke an das Land Sachsen-Anhalt mit einer ersten Ausstellung eröffnet wurde. Seither fanden hier über 150 Ausstellungen statt. Darüber hinaus ist die Galerie eng mit weiteren, inzwischen fest etablierten Aktivitäten verbunden. Dazu zählen unter anderem eine seit 1998 jährlich stattfindende Kunstauktion sowie ein seit dem Jahr 2000 bestehender Malzirkel.
Im Zuge der Umgestaltung Ende der 1990er Jahre wurde im ehemaligen Nordteil des Hauses zudem das Restaurant MAXX mit rund 180 Plätzen eingerichtet, das seither das kulturelle Angebot des Hauses gastronomisch ergänzt. Bis heute erfährt das Kulturhaus vielfältige Unterstützung durch die Stadt Leuna, den Förderverein sowie zahlreiche Unternehmen des Chemiestandortes. Dieses engagierte Zusammenwirken trägt maßgeblich dazu bei, das Haus als lebendigen und offenen kulturellen Ort zu bewahren und zukunftsfähig weiterzuentwickeln.